
Echte Körper on Tour
Da fallen wir Expresso-Boyz mit dem Tagebuch auch nicht auf. Mit mir strampelt formidable Dieselmotor Michl Luz gegen das fortschreitende Alter an.

Da fallen wir Expresso-Boyz mit dem Tagebuch auch nicht auf. Mit mir strampelt formidable Dieselmotor Michl Luz gegen das fortschreitende Alter an.

Mal kurz von einem Dorf zum anderen fliegen. Dafür hat Gustav Mesmer mehr als tausend Ideen entwickelt. Seine Basis: klapprige Fahrräder. Sein Lebenswerk: Art Brut. Mein Beitrag für das fahrstil Magazin #36 Kunst. Um gleich mit dem populären Irrtum aufzuräumen: Gustav Mesmer, Flugradbauer, ahnt sehr wohl, dass er mit seinen

Ronde, Etappe 9: Kortrijk – Roubaix – Kortrijk, 80 Kilometer, 230 Höhenmeter Vom britischen Autor Jonathan Meades stammt die These, dass den Nordeuropäern die Überlegenheit des Südens von Geburt an eingetrichtert werde. Die mediterrane Lebensart, die Kunst, die Architektur, das Essen, der Sex, das alles sei so viel geschmackvoller als

Ronde, Etappe 8 (Halbetappe) Kwaremont – Meulebeke – Kortrijk, 60 Kilometer, 160 Höhenmeter In der Nacht hatte es geschüttet, was im Wolkenkübel drin war. Genau richtig! Optimale Bedingungen. Gibt nicht viele Events, zu denen die Leute mit Gummistiefel erscheinen. Runde 4000 werden es schon gewesen sein. Die ohne Gummistiefel mitgezählt.

Ronde, Etappe 7, Geraardsbergen – Kwaremont, 102 Kilometer, 1.010 Höhenmeter Ein Bier tut der Form keinen Abbruch. Belgische Biere gehören zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Lokale Biere werden bevorzugt, selbst dann, wenn sie ein paar Kilometer in der Nachbarschaft hergestellt werden. Bei uns in Deutschland darf nur Wasser, Hopfen, Malz

Ronde, Etappe 6, Namur – Geraardsbergen, 107 Kilometer, 1070 Höhenmeter „Wegdek in slechte Staat“, warnt ein Schild, was mich aufrichtig freut. Ich muss wohl gerade über die Sprachgrenze nach Flandern vorgedrungen sein. Nein, Flandern ist kein schlechter Staat. Das Sträßchen war sogar eins der besseren. Vor den fiesen Schlaglöchern oder

Nicht jeder klassische Radsportberg ist schön. Der bekannteste Anstieg von Lüttich – Bastogne – Lüttich klettert im Mittelteil an einer Autobahn vorbei. Der Feldweg heißt Côte de la Redoute.

Belgien begrüßt mich mit einem Sonnenstrahl. Nein, doch mit Regen. Nein mit Sonne. Oh… schon wieder Regen. Das Wetter wie die Belgische Demokratie.

Ronde, Etappe 3, Neunkirchen – Echternach, 130 km, 1.200 Höhenmeter. Die Leute im Saarland top. Unkompliziert, herzlich, freundlich. Nicht das Bayrische, wo du als Gast nur die Auswahl hast zwischen dieser antrainierten Dienstleistungsfreundlichkeit und völligem Ignoriertwerden. Nichts dazwischen. Im Saarland dagegen, als wenn du gestern erst mit den Leuten gesoffen

Ronde, Etappe 2, Bergzabern – Neunkirchen, 119 km, 1.400 Höhenmeter. Im Nebel ruhet noch die Welt / noch träumen Wald und Wiesen / bald hörst du wenn der Sautter bellt / die Kraftausdrücke unverstellt / herbstkräftig er am Mantel zerrt / bekommt er tausend Krisen. Die NASA schickt Sonden zum

Ich mag es ja, auf jeder Etappe zwei bis drei Wegmarken einzubauen, die ich schon immer erkunden wollte. Auf dieser ersten Etappe befindet sich keine davon. Stattdessen Pforzheim.

Was folgt, treibt uns die Freudentränen in die Augen. Auf der Straße lesen wir statt Nibali und Colbrelli unsere Namen. Die deutsche Blase Osteno fährt auf. Volle Lotte. Der Fotograf Giorgio Gobbi hält alles fest.

Ende Fünfziger gab‘s ein erfolgreiches Radsportteam, das vom hiesigen Mineralwasser gesponsert wurde. Orange Trikots wie wir beide. Großer Schriftzug San Pellegrino. Team-Chef: Die große Ikone Gino Bartali.

Kaffeefahrt, Etappe 11, Breno – Schlipario , 65 km , 1.600 Höhenmeter. Die Bergamasker Alpen liegen von Norden aus gesehen gut versteckt. Genau zwischen den üblichen Einfallschneisen nach Italien, also Südtirol und Tessin. Und wer ausnahmsweise den Mittelweg wählt, muss runter ins Valtellina und irgendwie über die nächste Bergkette kommen.

Kaffeefahrt, Etappe 10, Tione – Breno, 55 km , 1.750 Höhenmeter. Immer schön aufs Herzchen und die Befindlichkeiten aufpassen in unserer Stuttgarter Seniorensportgruppe. Der Michl guckt beim Radlen ständig auf die Pulsuhr. Schaut, dass er in der passenden Zone belastet. So kommt er jeden Berg hoch. Sehr professionell. Kurz vor