Abbruch

Friedensfahrt Finale Man sollte fit sein, wenn man es mit den Bären in den Karpaten aufnehmen will. Die Fitness, das muss ich zugeben, geht mir gerade völlig ab. Eigentlich wollte ich noch bis nach Lemberg in die Ukraine strampeln, aber das Schöne am Alleingang ist eben, dass man auch allein

Sagan

Ruhetag in Zilina (SLW) Zugegeben, ein Sonntag in Zilina zu verbringen, hatte ich nicht geplant. Beine, Kopf und Hintern haben jedoch eine Pause verdient. Der Ort ist zweifellos würdig, schließlich stammt Peter Sagan aus Zilina. Dreimaliger Weltmeister und siebenmaliger Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France. Die Laudatio auf

Lysa Hora

Friedensfahrt Etappe 9: Ostrau (CZ) – Zilina (SLW) Der Sozialismus fiel, so vorhersehbar wie ich vom Rad fiel nach 133 km mit knapp 2000 Höhenmetern. Gute Idee vom Prinzip, aber nicht so und nicht so viel. Mit der Neuordnung der östlichen Staaten verlor auch die Friedensfahrt ihre Schutzpatronen. Die Parteibonzen

Umwege und Unwege

Friedensfahrt Etappe 8: Ölmütz – Ostrau Klassische Berge kennt die Friedensfahrt keine. Kein Stilfser, kein Ventoux, kein Alpe d‘Huez. Anders als bei der Tour bezahlte kein Urlaubsort und kein Kuhkaff dafür, dass sie als Etappenorte erkoren wurden. Italiener wissen, dass die Straßen besser sind, wenn vorher der Giro drüber führte.

Weggemavt

Friedensfahrt Etappe 7: Brünn – Ölmütz Zu spät! Der Rentner, der mir entgegen fuhr, hatte einen Rasenmähermotor an sein Rad gebastelt. Ich hab’s gesehen, aber nicht schnell genug Kehrt gemacht. Vermutlich war es MAV. Ein Fahrrad mit Hilfsmotor, die im deutschen Osten produziert wurden. Hühnerschreck nannte man sie damals. Jetzt

Ehrenrunde

Friedensfahrt, Etappe 6: Raabs an der Thaya – Brünn Die historische Friedensfahrt führte durch die Tschechoslowakei, Polen und die DDR. Sie zog sich über zwei Wochen im Mai. International war sie, weil neben den Staatsamateuren des Ostblocks auch Belgier, Franzosen, Dänen, Spanier und viele andere mit fuhren, zum Beispiel Miguel

Ins Nichts

Friedensfahrt, Etappe 5: Krumlow – Raabs an der Thaya Daheim würde ich den Bus nehmen bei dem Wetter. Aber find mal die Buslinie, die dich quer durch die südböhmische Savanne chauffiert. Blöd vor allem, dass man vor lauter Wasser kaum was erkennt. Fotomomente heute keine. Wolkenverhangene Ebene ist ja nicht

Goldener Steig

Friedensfahrt, Etappe 4: Frauenau – Krumlov Bayrischer Wald gegen Böhmerwald 0:1. Aber deutlich. Auf der bayrischen Seite nahm ich die Straße auf halber Höhe durch den Naturpark. Halbhöhenlage – da denkt der Stuttgarter: Super Aussicht. Da denkt der Wald: Was denkst du denn, ich bin doch Wald! Also keine Aussicht,

Tracht und Lycra

Friedensfahrt, Etappe 3, Regensburg – Frauenau Der Trachtenverein Brennberg feierte sein Fünfzigjähriges. Erst Kirche, dann Frühschoppen und dann erschien ich, in komplett unzünftigem Radler-Lycra. Neugierig bin ich ja schon. Drum hatte ich mich mutig dem Festzelt genähert. Außerirdischer Hilfsausdruck. Fast monochrom, mein Dress. Manche würden sagen, so viel Figur hätt‘

Schweinspoint

Friedensfahrt Etappe 2: Donauwörth – Regensburg 135 km, ca. 800 Höhenmeter Um an die Friedensfahrt zu denken, muss ich aber bis in die Tschechei kommen. Darum erstmal Kilometer fressen. Heute führt die Strecke verhältnismäßig unspektakulär durchs Donautal. Zeit für merkwürdige Gedanken, zum Beispiel diesen: Warum finde ich es so fürchterlich,

Bärenspray

Friedensfahrt, Etappe 1 Jetzt geht das wieder los. Diesmal Fahrtrichtung Ost. In die verpönte Himmelsrichtung. Da muss man gar nicht geografisch oder politisch werden. Mal egal, welches Kaff: Lieber ne Immobilie im Osten oder im Westen der Stadt? Am Osthang gar? Dort gibt’s nur Morgensonne, zu diesem Zeitpunkt sind viele

Hirschkuh

Passkontrolle, Cronometro finale: Osteno – Lugano28 km In die Hirschkuh fuhr der Schreck, etwa so wie in mich rund zwanzig Minuten zuvor, als mein Höllenwecker lärmte. Man kann die Hirschkuh verstehen. Ich sause selten morgens gegen Fünfe aus dem Haus. Und schon gar nicht 25 Kilometer Einzelzeitfahren von Osteno nach

Madonna

Passkontrolle: Tappa otto: Osteno – Madonna di Ghisallo – Osteno:70 km Die Kapelle Santuario di Madonna di Ghisallo ist das Heiligtum des italienischen Radsports – und unsere finale Passkontrolle. Der klassische Anstieg führt von Postkartenstädtchen Bellagio am Comer See hoch auf den Bergrücken. Kein langer Anstieg, ungefähr 400 Höhenmeter, aber

Latte Matschiado

Passkontrolle, Tappa sette: Verbania – Osteno:80 km Genussetappe. Vom Lago Maggiore rüber zum Lago di Lugano, oder wie die Isländer sagen, vom Matschiado zum Ladde Lugano. 80 km fast flach. Da kann man schon mal einen Gin&Tonic am Vorabend genehmigen. Dass auch Genussetappen mit Strampeln verbunden sind, offenbart sich am

Früduwald

Passkontrolle Tappa sei: Val Formazza – Verbania:120 km Zum Schtäg, Früduwald, Unrumschtaldä – Walserdörfer führen herzallerliebste Bezeichnungen. Könnten auch aus Herr der Ringe sein. In der Früh waren wir ganz oben, durch alle Dörfer durch, am Stausee, wo die Sonne den Schnee in die Knie zwingt. Ein Hochgefühl. Niemand oben,