Sackgasse

Passkontrolle, Tappa cinque: Brig – Val Formazza:110 km Sackgassen können so spannend sein. Wir stecken mal wieder in einer. Und zwar mit Absicht. Schon mal was vom Val Formazza gehört? Wir auch nicht. Das Tal wird die kleine Walser-Republik Italiens genannt. Laut Wiki leben 442 Einwohner ständig hier oben, mehr

Lust auf Industrie

Passkontrolle, Cronosquadre Brig – Visp – Brig:14 km Ach, wie schön ist die Schweiz. Manchmal zu schön. Überall wohlfeile Puppenstubigkeit. Alles so akkurat aufgeräumt, dass man den pedantischen Geist dahinter lieber nicht kennen lernen möchte. Und überall wehen Schweizerfahnen. Häufiger sogar als kroatische Flaggen in deutschen Schrebergärten. Bei schönem Wetter

Ende Gelände

Passkontrolle, Tappa quadro: Vierwaldstätter See – fast Grimsel – Innertkirchen100 km Wenn alles glatt läuft, ist‘s ja eher langweilig. Lustig wird das Reisen erst, wenn was schief geht. Passiert bloß selten, wenn zwei Vollprofis zur Passkontrolle schreiten. Heute also Königsetappe: vom Vierwaldstätter See über den Brünigpass ins Berner Oberland und

Badetag

Passkontrolle, Tappa tre: Winterthur – Vierwaldstätter See50 km (nach Abbruch in Räti) Alle Äpfel noch dran. Das ist die gute Nachricht des Tages. Zusatzhinweis: Auch hinter dem ersten Stahlträger der Eisenbahnbrücke immer schön geduckt bleiben. Alle halbe Stunde kommt der Zug. Und zwar so plötzlich, dass vor lauter Schreck fast nicht

Blasmusik

Passkontrolle, Tappa due: Tuttlingen – Winterthur100 km In Aulfingen hätte man uns gerne den Marsch geblasen. Ging aber im Ansatz schief. Dieser Ansatz fehlte den Damen und Herren, damit sie in ihre Instrumente richtig reinblasen konnten. Als wir beim Selfiemachen unsere Räder verkrampft hielten, erkundigte sich eine der uniformierten Schönheiten,

Sahnesößle

Passkontrolle, Tappa uno: Stuttgart-Tuttlingen160 km „Ja, was duad denn ihr doa?“ Wir nahmen den Albanstieg in Begleitung eines eingeborenen Radcracks. Der große Routinier lobte uns gleich für unsere Wahl des schönsten Albaufstiegs der Gegend. Lässt man sich gerne sagen. Wir plauschten bis wir oben waren. „Sauber! Zwei Herren auf dem

La Copa Grande

Alpträumchen, Tappa dodici: Dra – Verona, 105 km, ca. 400 Höhenmeter Ein paar Kilometer durften wir auf dem verträumten Radweg gondeln, dann ging’s rein in den zähfließenden Verkehr am schnöden Gardasee entlang. Ich bin vor kurzem von einer Joggerin gefragt worden, was man so denkt beim Radfahren. Nun, so meditativ

Keine Pointe

Alpträumchen, Tappa undici: Bolzano – Dra, 110 km, ca. 1300 Höhenmeter Schon gestern Abend wußten wir, dass wir uns die Morgendusche sparen können. Das hat die große Wolke erledigt, unter der wir zwischen Bozen und Salurn vierzig Kilometer lang hindurch pfeilten. Doch offenbar wurde das andauernde Wasser selbst dem Wetter

Wintereinbruch

Alpträumchen, Tappa dieci: Stelvio – Bolzen, 122 km, ca. 200 Höhenmeter Kein Schnee, danke. Einigen wir uns auf Eisregen. „Das Schöne am Radfahren“, stellte Martin am Abend fest, „ist ja das Elementare“. Die Technik ist so einfach. Du trittst. Das treibt die Kette an. Das Rad dreht. Du kommst vorwärts.

Hugo Koblet

Alpträumchen, Tappa 9: Laatsch – Stelvio, ca. 38 km, ca. 1.800 Höhenmeter Die Mauern an den Serpentinen trugen die Namen von Scarponi, Aru, Nibali und Pantani. Als wir losfuhren dachte ich allerdings eher an den ersten nicht-italienischen Giro-Sieger, den Schweizer Hugo Koblet. Ihm zu Ehren hatte ich mir vor der

Videoanalyse

Alpträumchen, Ruhetag Am Ruhetag nahmen wir uns Zeit für die Videoanalyse. Sie bestätigt: Auf schwerem Terrain kommt der Rouleur nicht ins Rollen. Bereits im ersten Teil des Vivione-Anstiegs vor Azzone gleicht seine Fahrweise einem Lastentaxifahrer. Die Meckerei zeugt von fehlender Moral. Nicht im Bild: Der Dumoulin-Moment wenige Kilometer später. Dagegen

Gönnenkönnen

Alpträumchen, Tappa Otto: Tirano – Laatsch, 91 km, ca. 2300 Höhenmeter Pfffff… mein britischer Freund Martin würde sagen, ein solcher Tag sei „characterbuilding“. War ja klar, dass die dritte schwere Bergetappe hintereinander an die Substanz geht. Heute ging’s nur ums Durchkommen. Ein Tag im kleinsten Gang. Die Strecke kannte 60

Zehn Antworten

Alpträumchen, Tappa Siete: Borno – Tirano, 91 km, ca. 2300 Höhenmeter An siebten Tag kann man sich schon mal überlegen, warum man das eigentlich macht. Vor allem, wenn das Einzige, was morgens die Beine von Beton unterscheidet, die Tatsache ist, dass der Beton selbst keinen Schmerz spürt. Also warum das

Zurück in die Alpen

Alpträumchen, Tappa Sei: Brescia – Borno, 88 km, ca. 1.900 Höhenmeter Auf Regen folgt Sonnenbrand. Als wir mittags den vielleicht schönsten Radweg Europas genießen durfte, hatten wir schon den Trainingspass der Lombarden in den Beinen. Auch die Abfahrt vom Passo de Tre Termini runter zum Lago d‘Iseo ist kaum zu

Pfützenhüpfen

Alpträumchen Tappa Cinque a: Brendola – Verona, 55 km, ca. 150 Höhenmeter, Tappa Cinque b: Verona – Brescia90 km, ca. 500 Höhenmeter Kannst du niemandem erklären, warum du hundertfuffzig Kilometer durch die schöne Po-Ebene strampelst, um dann ausgerechnet in Brescia anzukommen, dem Pforzheim Italiens. Aber wenn schon, dann richtig. Wenn